Stellplätze an einem Gewässer mögen wir sehr. -- Die Ostsee hat mancherorts einen gewöhnungsbedürftigen, strengen Geruch. Vielleicht kommt das von verrottendem Tang; schon in Südschweden ist er uns unangenehm aufgefallen. -- Aber schön ist es trotzdem; deshalb suchen wir noch einmal nach einem Übernachtungsplatz an der Küste, von welchem wir am Morgen den weiten Blick auf das Wasser genießen können. Doch an dem ausgewählten CP würde uns die Uferstraße und ein Gebüschstreifen von der Küste trennen. So wenden wir uns nach Süden zum größten See Europas, dem Peipsi järv. Die russische Grenze verläuft etwa durch die Mitte von Nord nach Süd.
Den Parkplatz beim Kloster Pühtitsa beim Dorf Kuremäe teilen wir uns in der Nacht mit einem Mobil aus der Schweiz.
Im 17. Jahrhundert erschien einem Bauern bei einer Eiche die Gottesmutter. Da ein Hügel mit einer Eiche und einer Quelle den Esten heilig war, lag es nahe, hier ein Kloster zu errichten.
Die Besichtigung am folgenden Morgen übertrifft unsere Erwartungen in jeder Hinsicht.
Heute leben hier ca 1oo Nonnen und Novizinnen, betreiben Landwirtschaft und auch ein Gästehaus. Das Kloster hat die Wirren der Vergangenheit, selbst das Regime der Sowjetunion gut überstanden.
Die Gebäude und die Gärten sind sehr gepflegt, appetitanregender Duft strömt durch die Anlage. Man sagt, dass die Nonnen nur einmal am Tage essen und das alleine in ihrer Kammer. Die Frauen sind nicht alle schwarz gekleidet, doch wenn sie bei bestimmten Stellen vorbeigehen, bekreuzigen sie sich alle.
In der Klosterkirche ist fotografieren nicht erwünscht, auch die Nonnen mögen es nicht.
Ein Schluck vom "heiligen" Quellwasser
Beeindruckend sind die russischen Grabkreuze
In Mustvee finden wir einen schönen Übernachtungsplatz; bis zum Abend gesellen sich noch zwei Schweden und ein Italiener zu uns.
Wir haben ja schon erwähnt, dass im Baltikum viel geheiratet wird, doch dass das auch auf einem Campingplatz gefeiert wird, hat uns schon überrascht.
Es wird ein Zelt aufgestellt
die Lampen werden mit Papierblumen verschönert
eine Wand mit Stores drapiert und die Zeltwände mit Blumen beklebt,
Luftballone dürfen auch nicht fehlen.
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In Alaskivi werfen wir einen Blick auf das schön renovierte, gleichnamige Schloss.
Vier sympatische Oberösterreicher interessieren sich auch dafür.
Immer wieder lesen wir im Reiseführer von Gutshöfen und Herrenhäusern. An einigen sind wir ja schon vorbeigefahren, doch in Mooste soll der Sehenswerteste in dieser Region sein. Gerne biegen wir von der schlechten und rumpeligen Fernverbindungsstraße ab und finden fast keinen Parkplatz. So viele Gutshof-Besucher? Nein, im Innenhof findet heute ein Wochenmarkt statt. Ganz hinten ist auch für uns noch einen Platz und dann "werfen" wir uns unter das Volk.
Solche Märkte mögen wir ganz besonders.
Es gibt viel Handgefertigtes,
eine handgestrickte, runde Tischdecke aus Leinengarn,
Früh übt sich, wer ein Meister werden will.
Geräucherter Fisch; den einen kennen wir nicht, doch beim Aal müssen wir zuschlagen
Wir probieren den "Kwas", ein aus Roggenbrot, Hefe, Zucker und Wasser zubereitetes "Brotbier, welches in der Sowjtunion weit verbreitet war.
auch dem kleinen Mädchen fällt der lustige Haarschnitt dieses kleinen Hundes auf,
Wir streifen beinahe zwei Stunden herum; bekommen hier endlich einen ungeschnittenen Wecken Brot, denn die vorgeschnittenen in den Geschäften sind meinem Christian immer viel zu dünn. Dazu passt ein herrlich riechendes Bauern-G'selchtes.
Wir sagen halt, diese Damen tanzen zu unserem Abschied
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Wir setzen unsere Fahrt fort und die Straße wird eher noch schlechter; viele ampelgeregelte Gegenverkehrs-Abschnitte drosseln unsere Weiterkommen.
Für heute haben wir uns einen ganz besonderen Platz für die Nacht ausgesucht, am "weissen See" mit reichlich Schwarzbeeren.
Immer wieder begleiten Störche den Traktor; alle müssen ihre Jungen mit Futter versorgen
Heute ist für uns ein aufregender Tag ... wir fahren auf den Suur Munamägi, dem höchsten "Berg" im Baltikum, der für seine gute Fernsicht bekannt ist; bei klarer Sicht bis Russland hinüber. - Die Strasse steigt stetig an und wir sind schon auf sagenhaften 233 Metern Meereshöhe.
Die restlichen 100 Meter auf den "Gipfel" erklimmen wir mit Stiegensteigen.
Oben angekommen stellen wir fest, dass der gute Ruf für die besondere Aussicht aus jener Zeit stammte, als der Wald ringsum noch aus Christbäumen bestand! -- Um mit dem Lift auf den Aussichtsturm zu fahren, bräuchten wir klareres Wetter.
So bewundern wir die künstlerischen Unikate, ganz besonders gefällt uns die Idee von der Spendenbüchse.
und so schießen wir ein Erinnerungsfoto und schaukeln auf der sehr schlechten, roten Strasse Richtung Lettland weiter.
Unser Dieseltank möchte auch wieder einmal gefüllt werden. Es ist weit und breit keine Tankstelle zu sehen. -- Dann das Schild, wir biegen ab und kommen zu einem ganz komischen Gebäude, eigentlich ist es gar keines. Ich steige aus, mache mich klug, ob man hier mit Karte selber tanken kann ... doch ich finde nichts. Irgendwann fällt mir so etwas, wie ein kleiner Kiosk mit einem ganz kleinen Guckloch-Fenster auf und ein fast zahnloser Mann ist dahinter zu sehen. Meine Frage, ob es hier Diesel gibt bejaht er mit einem Nicken, doch beim Zapfhahn rührt sich nichts. Auf unsere Reklamation bei dem Männchen meint er bloß -- Money, Money und zeigt mit den Fingern die Geste des Zahlens. Das ist ja wie in Russland, dort mussten wir auch vor dem Tanken wissen, wie viele Liter wir brauchen und diese vorher bezahlen. Wir merken, dass hier die russische Zeit noch nicht so lange zurückliegt!
Fortsetzung folgt.......













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